Achtsamkeit: Mehr als ein Trend

Shownotes

In dieser Folge spreche ich darüber, was Achtsamkeit wirklich bedeutet – fernab von gängigen Mythen und oberflächlichen Ratschlägen. Ich erkläre aus buddhistischer Sicht, wie Achtsamkeit als innere Haltung entsteht und warum sie so viel mehr ist als nur eine Technik oder ein Modetrend. Gleichzeitig zeige ich, wo die Grenzen liegen: Für wen ist Achtsamkeit hilfreich und wann kann sie sogar schaden? Als Achtsamkeits- und Meditationslehrerin teile ich meine persönlichen Erfahrungen und gebe dir Impulse, wie du achtsam und verantwortungsvoll mit dir selbst umgehst. Lass dich inspirieren, neue Perspektiven auf Achtsamkeit zu gewinnen und deinen eigenen Weg zu finden.

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Alles Liebe, Yvonne

Achtsamkeit

https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(Psychologie)

Satipatthana Sutta

https://de.wikipedia.org/wiki/Satipatthana-Sutta

Buddhismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus

Meditation

https://de.wikipedia.org/wiki/Meditation

Psychische Erkrankungen

https://www.dgppn.de/psychische-erkrankungen.html

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und schön, dass du da bist.

00:00:03: Heute möchte ich mit dir über das Thema Achtsamkeit sprechen.

00:00:07: Was ist Achtsamkeit?

00:00:09: Was ist Achtsamkeit nicht?

00:00:12: Und was gibt es für Kontraindikation, wenn man Achtsamkeit einfach nicht so gut erlernen kann?

00:00:20: Oder sie uns sogar nicht gerade unterstützt in verschiedenen Lebensphasen.

00:00:26: Und als Achtsamkeits- und Meditationslehrerin möchte ich dir diesen Begriff und diese Thematik heute hier etwas näher bringen.

00:00:39: Also, der Begriff Achtsamkeit, den wollen wir erstmal definieren, weil es ist ja in aller Munde, überall hört man immer wieder, du musst einfach achtsam sein oder du musst eine Achtsamkeitsschulung machen, du solltest achtsamer sein.

00:00:58: Und dennoch kursieren sehr unterschiedliche und vom Ursprung abweichende Definition darüber, was ist es überhaupt und worum geht es dabei?

00:01:07: Und darum möchte ich dir hier kurz eine Klärung des Begriffs geben, der sich aber auf den buddhistischen Ursprung bezieht.

00:01:16: Die Achtsamkeit, die wir heute im vollkommen unreligaser Form im Westen leben, hat ihren Ursprung ja in den Lehren Buddhas, konkret im Satipatana Sutra.

00:01:28: Sie ist eine Geisteschulung, ein Geistestraining und hat zum Ziel den Ursprung von Leiden zu erkennen.

00:01:35: Also zum Beispiel Anhaftung und Ablehnung und diese dann auch aufzulösen.

00:01:40: Und dabei ist sie eigentlich keine Technik, so wie es immer gesagt wird, sondern eine innere Haltung dem Leben und den Geschehnissen gegenüber.

00:01:51: Sie schult unsere Fähigkeit im Moment zu bleiben und uns immer wieder aktiv aus Prozessen zu lösen, indem wir festkleben.

00:02:00: Sie lädt uns ein, mit all unseren Sinnen im jeweiligen Augenblick ganz wach und präsent zu sein, mit allem, was gerade in unserem Leben passiert.

00:02:09: Achtsam sein bedeutet, die uns innewohnende Fähigkeit zu entwickeln, unsere Verhaltens Und Denkmuster, Neigungen, Geistesaktivitäten und Reaktionen auf Situationen, Menschen und Dinge ganz präzise wahrzunehmen.

00:02:28: Dadurch erkennen wir, was wir tun und warum wir es tun.

00:02:33: Und erst wenn wir wissen, was los ist, können wir adäquat auf eine Situation eingehen und erkennen, was gebraucht wird, also wenn wir die Adlerperspektive einnehmen.

00:02:43: Sie schuld uns, unsere absolute Präsenz im jeweiligen Moment.

00:02:49: Sie ist eine vollkommen wertneutrale, offene Haltung den Dingen gegenüber, bei der wir wie ein Beobachter eben alles, was geschieht, wertneutral registrieren, ohne manipulierend einzugreifen.

00:03:05: Und diese Haltung ist geprägt durch die Neugier und den Forschergeist eines Anfängers, also der sogenannte Anfängergeist.

00:03:15: Wir brauchen Geduld, offene Akzeptanz, so wie ein Weiser es hat.

00:03:22: Wir möchten an nichts Haften bleiben, sozusagen wie eine Teflonpfanne.

00:03:27: Gehen wir mit einer Haltung der Achtsamkeit an die Dinge heran, hören wir auf, alles in Schubladen einzuteilen, sondern wir machen uns mit der jeweiligen Gebenheit in all ihren Ausprägungen vertraut.

00:03:41: Okay, aber was ist Achtsamkeit nicht?

00:03:44: Wenn wir Achtsamkeit trainieren, kann es schon mal sein, dass wir sehr unterschiedliche Ideen darüber entwickeln und Erfahrungen machen, die wir für Achtsamkeit halten, die es aber eigentlich gar nicht ist.

00:03:56: Und darum ist es wichtig, auch zu wissen, was es ist nicht und woran erkennen wir es.

00:04:01: Sie ist auf keinen Fall wohliche Dummheit und sich in ein inneres Kokon zurückzuziehen.

00:04:09: oder im Schlaf, Halbschlaf oder in einer Art Trongszustand zu sein oder ein Gefühl von Überwältigung.

00:04:19: Sie ist auch kein Schwelgen und verlierenden Situation.

00:04:22: Sie ist auch keine Form von Drama oder extremen Erleben oder Festheiten an Wahrnehmung und Erfahrung und vor allen Dingen auch keine Enge im Geist oder übertriebene Ernsthaftigkeit.

00:04:36: Sie ist hingegen ein Gefühl von wacher, klarer, und dramatischer, natürlicher Präsenz, Situationen als fließend zu erleben, sich leicht lösen können oder frische Leichtigkeit, entspannte Wachheit ausgeglichen sein.

00:04:57: Einfach leichte, spielerische Neugier.

00:05:00: Das ist Achtsamkeit.

00:05:02: Und zur hilfreich Achtsamkeit und auch Meditationen, die wir in dem Zuge ja meistens auch erlernen, auch sind und sie werden ja auch häufig von Therapeuten und Ärzten empfohlen, ist es wichtig, dass wir die Grenzen des Einsatz dieser, wie sie ja dann genannt werden, Techniken kennen und auch beherzigen.

00:05:26: Wobei ich achtsame Lebensweise, wie gesagt, nicht als Technik, sondern als Lebensweise sehe.

00:05:33: Nur wenn wir es so betrachten und uns da herein begeben und es immer mehr verinnerlichen, ist es einfach ein Sein.

00:05:43: Nichts, was wir von uns mehr abgetrennt beachten oder betrachten, wo wir sagen, oh, ich führe ein achtsames Leben.

00:05:52: Das können wir machen, aber irgendwann ist es eine Selbstverständlichkeit, einfach so zu agieren.

00:05:58: Aber sie ist nun mal auch kein Allheilmittel und schon gar kein Akutmittel.

00:06:03: Sie ist hilfreich und absolut erlernbar für psychisch stabile Menschen.

00:06:09: Ich würde sagen bis zu einem mittleren Stresslevel.

00:06:12: Aber in folgenden Situationen rate ich vom Einsatz der Achtsamkeit und auch von tiefen Meditationen komplett ab.

00:06:20: Da sie in den Fall nicht erlernt werden kann, oder sogar im schlimmsten Fall zur Verschlechterung des Zustands führen kann.

00:06:30: Also zum Beispiel bei einer akuten psychischen Erkrankung wie akuter Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Sucht sowie auch Suizidalität oder gerade.

00:06:42: Bei einer akuten schweren Lebenskrise, bei starken kognitiven Beeinträchtigungen, das heißt zum Beispiel Demenz, bei einer nicht behandelten und nicht überwundenen Grammatisierung.

00:06:56: Die kann auch etwas zurücklegen.

00:06:58: Bei einem Trauerprozess, der noch nicht abgeschlossen ist.

00:07:02: Verlust, Tod, Trennung.

00:07:04: Bei akuten und vergangenen Psychosen.

00:07:08: Bei einer laufenden Chemotherapie, da ist der Körper extrem gefordert, sowie einer so tiefen Entkräftung und Belastung, dass man sich nur schwer konzentrieren kann.

00:07:19: Bei körperlichen Erkrankungen, die die Beweglichkeit stark einschränken, bei starken Schmerzen, Fieber und Schwindeln.

00:07:26: Also Erkrankungen gehören immer in die Hände von Fachleuten.

00:07:30: Und du siehst, Achtsamkeit ist viel mehr als nur eine Technik oder ein Trend.

00:07:34: Es ist eine innere Haltung.

00:07:37: Wie ich schon gesagt habe, eine Einladung sich selbst in aller Tiefe zu begegnen und kennen zu lernen.

00:07:44: Und genau deshalb braucht es auch Verantwortung.

00:07:48: Nicht jeder Moment im Leben ist der Richtige, um sich still hinzusetzen und nach innen zu lauschen.

00:07:54: Wenn du also spürst, dass du gerade seelisch instabil bist in einer psychischen Krise steckst oder dich von der Stille eher bedroht als getragen fühlst, dann ist das kein Scheitern.

00:08:06: Es ist ein Zeichen eben von Achtsamkeit, gut auf dich zu achten und dir passende Unterstützung zu holen.

00:08:13: Achtsamkeit bedeutet nicht alles alleine durchstehen zu müssen, sondern den Mut zu haben, ehrlich hinzuschauen und gut für dich zu sorgen.

00:08:21: Vielleicht ist der erste Schritt nicht gerade Meditation, sondern das Gespräch mit einem Menschen, der dich sicher begleiten kann.

00:08:30: Und auch das ist Achtsamkeit.

00:08:32: Und damit wünsche ich dir eine achtsame Reise durch dein Leben.

00:08:37: Bis zum nächsten Mal.

00:08:38: Namaste, deine Yvonne.

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