„Die Rauhnächte – eine bodenständige Orientierung für diese besondere Zeit“
Shownotes
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Alles Liebe, Yvonne
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen bei Seelenkraft.
00:00:02: Hier spricht wieder Yvonne.
00:00:04: In meiner Berufung bin ich Heilerin und Bewusstseinscoach und wie kann es anders sein um diese Jahreszeit?
00:00:11: Lass uns über das Thema Raunechte sprechen.
00:00:16: Sie sind für viele Menschen etwas Mystisches, für manche etwas Überforderndes und für andere einfach nur ein weiter spiritueller Trend.
00:00:27: Und manche wissen vielleicht noch nicht mal von dem Wort Raunacht.
00:00:33: In dieser Folge möchte ich etwas Ordnung reinbringen.
00:00:37: Ich erkläre dir, was die Raunächte ursprünglich sind, warum sie psychologisch und emotional sinnvoll sein können und wie du sie für dich nutzen kannst, ohne Kurse, ohne komplizierte Rituale und ohne das Gefühl, irgendetwas richtig machen zu müssen.
00:00:56: Wenn du in einem inneren Übergang steckst.
00:00:59: Wenn du dieses Jahr nicht einfach abhaken, sondern bewusster abschließen willst, dann kann diese Folge etwas für dich sein.
00:01:08: Okay, erst einmal, woher kommt der Begriff Raunächte?
00:01:14: Der Begriff Raunächte oder auch Rauchnächte stammt aus dem alpenländischen und germanischen Kulturraum.
00:01:22: Es gibt hierfür zwei Haupterklärungen und zwar die erste ist Rao im Sinne von wild ungezähmt dunkel.
00:01:30: Diese Nächte geiten als Rao, weil sie außerhalb der normalen Zeitrechnung lagen.
00:01:35: Es waren Tage, die keiner klaren Ordnung zugeordnet waren.
00:01:40: Und auch das zweite ist Rauch durch Räucherungen.
00:01:44: In diesen Nächten wurden Häuser, Ställe und Höfe ausgeräuchert.
00:01:49: aus hygienischen Gründen, Schutz vor Krankheiten oder als symbolische Abschluss des Jahres.
00:01:57: Und das war sicherlich eine Tradition.
00:02:00: Wahrscheinlich haben sich beide Bedeutung auch überlagert.
00:02:05: Der eigentliche Ursprung ist ein Kalenderproblem.
00:02:10: Der Kern der Raunächte ist erstaunlich nüchtern.
00:02:14: Früher nutzten viele Kulturen den Mondkalender.
00:02:18: Und ein Mondjahr hat dreihundertfünfzig Tage.
00:02:22: Das Sonnenjahr hingegen hat dreihundertsechzig Tage.
00:02:25: Das ist der Kalender, wie wir ihn heute nutzen.
00:02:29: Die Differenz sind elf Tage bzw.
00:02:32: zwölf Nächte.
00:02:34: Und diese übrigen Tage geiten als Zeit außerhalb der normalen Ordnung.
00:02:39: Sie gehörten weder zum alten noch zum neuen Jahr.
00:02:42: Das ist der eigentliche Ursprung der Raunächte, weil diese Tage nicht zählten sozusagen.
00:02:50: Sie geiten als unberechenbar, besonders offen, manchmal auch als sensibel.
00:02:56: Man arbeitete weniger, traf weniger Entscheidungen, beobachtete mehr, deutete Träume, achtete auf Zeichen, und zwar nicht, weil man irgendwas Magisches erwartete, sondern weil man wusste, Übergangszeiten brauchen Achtsamkeit.
00:03:14: Und im germanischen Raum Verband man diese Zeit mit der wilden Jagd, also sinnbildlich für Chaos und Wandlung, dem Rückzug der Natur, dem Schutz von Haus und Familie und daher eben das Räuchern, keine großen Vorhaben, Stille, Geschichten, Mythen, Deutungen.
00:03:35: Das waren sowas wie kollektive Verarbeitungsformen.
00:03:40: Und mit der Christianisierung wurden die Raunächte nicht abgeschafft, sondern einfach eingebettet, wie so viele heitnische Rituale.
00:03:49: Beginn war dann Heilige Nacht der Vierundzwanzigste bzw.
00:03:52: Vierundzwanzigste Zwölfte die Nacht und Ende im Drei-König zum Sechsten Ersten.
00:04:00: Die alten Bräuche blieben bekam aber einen neuen Rahmen, und das zeigt, dass der Mensch Ja, der braucht Übergangsrituale unabhängig von Religionen.
00:04:12: Und warum die Raunächte heute wieder auftauchen, ist vielleicht auch einfach zu erklären, nicht weil wir spiritueller geworden sind, sondern weil unser Alltag dauerhaft überreizt ist.
00:04:24: Übergänge kaum noch bewusst gestaltet werden.
00:04:27: Vieles einfach weiterläuft.
00:04:30: Und so füllen diese Raunächte einfach eine Lücke, sie geben Erlaubnis zur Pause, zur Reflexion und zum Innerhalten.
00:04:39: Sie waren ein kultureller Übergangsrahmen, ein Schutzmechanismus, eine Zeit der Neuordnung, und heute können wir sie neu, frei und selbstbestimmt nutzen.
00:04:51: Die Raunächte sind traditionell die zwölf Nächte zwischen dem Vierundzwanzigsten, Dezember und dem Sechsten Januar.
00:04:59: Bei manchen beginnen sie auch schon mit dem einundzwanzigsten Dezember mit der Winter Sonnenwende.
00:05:06: Und sie liegen eben somit zwischen den Jahren, nicht nur kalendarisch, sondern auch innerlich.
00:05:15: Und früher galten sie als eine Zeit, das habe ich ja schon gesagt, in der weniger gearbeitet wurde, mehr Stille herrschte und Menschen bewusst zurückgeschaut und vorausgespürt haben.
00:05:27: Psychologisch gesehen ist das auch echt logisch, denn das Jahr endet, das Neue hat noch nicht begonnen und unser System ist dann empfänglicher, nachdenklicher und auch offener.
00:05:38: Die Raunechte sind also kein Orakel, sondern ein bewusster Übergangsraum.
00:05:44: Zwischen Weihnachten und Neue verändert sich eben etwas, der Alltag wird langsamer, Verpflichtungen nehmen ab, Emotionen tauchen stärker auf und viele merken dann auch so was wie.
00:05:57: Ich bin echt müde.
00:05:58: Das Jahr war anstrengend.
00:06:00: Ich will so nicht weitermachen.
00:06:02: Ich weiß noch nicht, was ich will, aber so wie es bisher war, so geht es nicht mehr.
00:06:09: Und je nachdem, was für ein Typ du bist, ob du lieber durch eine feste Struktur gehen möchtest mit Ritualen und Übungen oder ob du einfach nur mit bewusster Aufmerksamkeit und Achtsamkeit diese Zeit begehen möchtest, für alle gibt es entsprechende Angebote.
00:06:27: Meiner Meinung nach brauchst du keine Raunachtskurse, keine perfekten Rituale, keine zwölf komplizierten Anleitungen oder eine spirituelle Disziplin.
00:06:39: Wenn Rituale nämlich zum Druck werden, also Druck erzeugen, dann wirken sie auch nicht.
00:06:45: Also wenn du ein Typ bist, der sowas total gerne macht, dann bitte, bereite dich schön vor und genieße diese Zeit, das ist wundervoll.
00:06:53: Aber die Raunächte sind keine Leistungen, die wir erbringen sollten, sondern es ist einfach ein Angebot, was wir haben, weniger zu tun, mehr wahrzunehmen.
00:07:05: Und hier kommen auch einfache Möglichkeiten, die man umsetzen kann ins Spiel.
00:07:12: Und da habe ich mal drei Stück rausgesucht, die fast jeder umsetzen kann.
00:07:18: Und das Erste ist, Ein bewusstes Abend innehalten.
00:07:23: Das kann nur fünf Minuten dauern.
00:07:26: Jeden Abend nicht zwingend alle zwölf, aber du kannst es so oft machen, wie du es für dich stimmig empfindest.
00:07:34: Da kannst du dir Reflexionsfragen stellen, wie zum Beispiel, was hat mich heute emotional berührt?
00:07:42: Wo war ich angespannt und warum?
00:07:45: Was möchte ich aus diesem Jahr Mal nicht mitnehmen ins nächste Jahr.
00:07:51: Und mehr braucht es schon gar nicht.
00:07:53: Keine weitere Analyse, keine Lösungsvorschläge.
00:07:57: Einfach nur mal das ganze reflektieren.
00:08:01: Und das nächste ist Schreiben statt Grübeln.
00:08:05: Nehmen dir wirklich ein Notizbuch oder ein paar Zettel.
00:08:08: Das ist vollkommen egal.
00:08:10: Und schreib es nicht schön auf, sondern schreib es, wie es aus der raus fließen will.
00:08:15: Zum Beispiel Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass... dann schreib es auf.
00:08:21: Oder ich merke, dass ich mich innerlich nach Punkt, Punkt, Punkt, was ich auch immer sehne, weißt du?
00:08:31: Also nach was sehnst du dich?
00:08:33: Oder welche Muster möchtest du loslassen?
00:08:37: Schreib einfach auf und das Schreiben ordnet dein Nervensystem.
00:08:41: Es bringt Klarheit, ohne dass du sie erzwingen musst.
00:08:45: Und eine dritte, ganz einfache Sache ist, eine Kerze als stiller Anker.
00:08:51: Wenn du magst, zünde abends eine Kerze an.
00:08:55: Nicht als großes Ritual, sondern als Zeichen.
00:08:58: Jetzt ist ein Moment nur für mich.
00:09:01: Du kannst dir auch innerlich sowas sagen, wie ich lasse dieses Jahr langsam ausklingen oder ich öffne mich für die Klarheit im neuen Jahr.
00:09:10: Und mehr ist nicht nötig.
00:09:13: Oft hört man, jede Nacht steht für einen Monat.
00:09:18: Das kannst du so sehen, musst du aber nicht.
00:09:21: Also, wenn du da reinspüren möchtest, dann tu das gerne und vielleicht versuchst du es etwas spielerisch zu sehen und nicht ganz so dogmatisch.
00:09:33: Achte einfach mal auf deine Stimmung und wenn du ein kleines Notizbuch dafür hast, dann notier dir, wie du dich gefühlt hast, ob Auffälligkeiten da waren.
00:09:43: und schau am Ende, ob sich Themen wiederholen.
00:09:47: Und ganz ehrlich, nicht jede Nacht muss bedeutungsvoll sein.
00:09:51: Manchmal sind die Nächte und die Träume einfach ruhig.
00:09:57: Manche haben sowieso keine besonders so auffallende Träume, dass sie sich noch ganz stark daran erinnern können.
00:10:08: Häufig hat das ja auch was mit Training der Traumwahrnehmung zu tun.
00:10:14: Und auch wenn man sehr stark träumt und auch sich noch an vieles erinnern kann, dann kann man da mal reinfühlen, aber es muss nicht immer alles eine Bedeutung haben.
00:10:26: Und auch das ist wertvoll, mal für sich anzunehmen.
00:10:31: Das nimmt eine ganze Menge Druck raus.
00:10:34: Und der größte Nutzen der Raunechte ist, nicht Visionen zu haben, sondern Klarheit zu bekommen, diese Zeit der Ruhe.
00:10:42: der Einkehr und auch diese Energie, die diese Ruhe fördert, zu nutzen.
00:10:49: Und nach dieser Zeit wissen viele, was sie nicht mehr wollen.
00:10:52: Das ist schon mal super.
00:10:54: Und dann kannst du im nächsten Jahr herausfinden, was du willst und wo sie sich selbst übergehen.
00:11:02: Das kann man auch sehr schön herausfinden in dieser Zeit und welche Richtung sich stimmiger anfühlt für einen.
00:11:10: Und das ist eine viel bessere Grundlage fürs neue Jahr als jede Ziel- oder Wunschliste, die wir uns mal so aufschreiben.
00:11:20: Ja, nimm dir daraus das, was sich für dich richtig anfühlt, würde ich sagen, und lass den Rest einfach liegen.
00:11:27: Und ich wünsch dir eine wunderbare Zeit zwischen den Jahren.
00:11:32: Pass gut auf dich auf.
00:11:34: Bis zur nächsten Folge, deine Yvonne.
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